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Starbaits Carp Meeting Berlin/Brandenburg

 

Telefon klingeln. (Boa wer will denn jetzt wieder nerven)? Ahh... Der Basti,  lange nichts gehört sagte ich, er erzählte mir von einem Cup und ob ich  Lust hätte mit ihm teil zu nehmen? Ja warum nicht sagte ich. Er sagte  10-12 September- ohh shit da bin ich auf einer Interrail tour(Zugtour )  quer durch Süd-Ost-Europa, naja was solls, kurzer hand ein wenig um  geplant und der Cup konnte kommen.

Alles geklappt ich landete am 9ten, fast pünktlich wieder in  Deutschland/Berlin! Eine Stunde später rief Basti auch schon an €žund  Sachen schon gepackt? Haha du bist gut meinte ich. Ich erklärte ihm  die Lage und wir verabredeten uns für den nächsten Tag.

Nachdem wir uns ordentlich mit Lebensmitteln versorgt hatten, trafen wir etwa  15.30 am Treffpunkt des Cups ein. Außer uns fanden noch 12 weitere 2er  Teams den Weg zum Cup. Um 16.00 wurden dann die Plätze an dem etwa 320ha großen Plessower See bei Werder/Havel verlost. Einige von den Jungs  kannten den See wohl schon aus früheren Sessions und machten gleich  Schlachtpläne oder schlugen die Hände über den Köpfen  zusammen!

Ein wenig, sagen wir mal suboptimal befand ich, dass einige an Ihren  Swims parken konnten und wiederum andere übersetzen mussten!  Bei  leichtem Nieselregen beluden wir also um 16.30 die Boote. Man bedenke,  um 18.00 war Anpfiff! Ja, um 18.00 hatte dann auch jeder von uns beiden  sein Zelt stehen aber Ruten waren noch im Futteral! Egal, mit der  Dunkelheit hatten wir dann auch unsere letzte Rute im Wasser.

Nicht die optimalsten Voraussetzungen aber nach 3-4 Steaks und einem  Hopfenhaltigen Erfrischungsgetränk, sah die Welt schon wieder anders  aus! Wir saßen bis etwa 0.00 vor unseren Ruten bevor ich völlig gerädert von den letzten Wochen, ins Bett fiel. Die Nacht über lief nichts außer das laute Rollen der Marmorkarpfen, von denen es im See sehr viele zu  geben schien.

Nach einem herrlichen Sonnenaufgang und einem kleinen Frühstück, wollten wir erst einmal Horchen ob schon irgendwer am See etwas gefangen hat!?  Klares nein! Puh durchatmen, es ist noch nichts verloren.

Da jeder Fisch zählen sollte, versuchten wir über den Tag, auf den  markanten Spots eventuell einen Satzkarpfen zu erwischen, wir poppten  dafür einfach 2 Maiskörner auf und hofften wenigstens einen Fisch in die Wertung zu bekommen! Nix gewesen außer Bresen(Brassen), wie man so  schön sagt.

Am späten Nachmittag wurden dann die Spots noch einmal begutachtet und  Kleinigkeiten verändert! Basti fischte die rechte Rute am eigen Ufer-  angrenzend an Totholz, die Zweite legte er an das gegenüberliegende Ufer unter überhängendes Schilf. Ich legte ebenfalls eine Rute ans  gegenüberliegende Ufer, auf die Spitze einer Landzunge, die Zweite Rute  platzierte ich in eine Bucht auf etwa 2-3m Tiefe, die mit lockerem Kraut bewachsen war. Da nach der ersten Nacht so gut wie alle  Kleinteile(Partikel, kleine Boilies) von den Spots verschwunden waren  setzte ich auf 24-30er Murmeln- im Mix mit Tigers.

Nach dem Auslegen begaben wir uns auf den Weg, mit unseren Nachbarn zu  Kommunizieren. Was soll ich sagen, in den Gesprächen mit den anderen  Jungs am See war die Stimmung nicht gerade auf dem Siedepunkt(kein  fisch-24h- 26. Leute)Gut  jetzt kann man sagen bei solchen Events werden nie viele Fische gefangen- (was ja auch stimmen mag) aber an einem  320ha See möchte doch wenigstens ein Team fangen! Komisch ist das Leben  hmm

Am Abend ging es, auch aufgrund der Stimmung, etwas früher ins Bett.

DANN ca.2.00 Uhr Piep Pieeeeeeeeeeeeeeeeeeep JUHU Juhuu €žDauerton!!!!

Meine Rute, die vorm Kraut- okay ab in die Watstiefel- rein ins Boot-  Wiederstand? Nicht so richtig dachte ich still- der Fisch kam auf mich  zu! Ein Graser? 100 Dinge in meinem Kopf, endlich Fisch, bitte nicht  schlitzen!!

Der zunehmende Mond leuchtete so hell, dass es nicht nötig war die  Kopflampe einzuschalten. Nach einem eher unspektakulärem Drill und der  2ten Flucht glitt der Fisch über die Kescherarme! Ganz gemächlich fuhr  ich zurück- Basti rief schon von weitem €žMatte- Waage???? Ich jep...  Wir freuten uns riesig über diesen Fisch, alle Anspannung viel merklich  von uns ab. Ein Kurzes wiegen zeigte einen end20er (Pfund). Nach dem  erneuten auslegen der Rute genossen wir erst einmal ein kühles  Blondiertes. Wir fragten uns ob Das schon der Sieg seinen sollte.. Ich  glaub es war 6.00 als ich endlich wieder einschlief. Ich erwachte von  lautem Gerede.. Basti hat es nicht mehr ausgehalten, er musste sich  erkundigen, ob eventuell noch jemand etwas hatte.. Gegen 10.00 kamen  dann die €žOffiziellen um den Fisch zu wiegen und zu fotografieren 15 Kg hatte der Spiegler, welcher tatsächlich (bis jetzt) der einzige gewesen sein sollte. Eine halbe Stunde später plötzlich Aufregung am  gegenüberliegendem Ufer, es sah aus als hätten die Jungs Fisch drauf.  Wir also ins Boot- Kamera geschnappt und dazu. Als wir ankamen fluchten  die beiden schon, der Fisch schien ins Holz geflüchtet zu sein. Es war  ein lockerer großer Ast, an dem der Fisch hing. Einer der beiden war  jetzt am Ufer und zog an dem Ast, während ich an der Sehne war.  Plötzlich Fisch!.. Ich nahm den Kescher und zog nochmal an der Sehne..  Eine ordentliche Brasse hatte die Jungs in Aufregung versetzt. Die kommt mir nicht in den Kescher meinte ich und überreichte Ihnen, Ihren Fang.

Nach der Aktion ging es dann auch langsam ans Einpacken, ich glaube wir  benötigten 3 Stunden. Die anderen waren schon längst beim Treffpunkt!

Wir hatten tatsächlich den einzigen Fisch gefangen und damit GEWONNEN! Die  Preise konnten sich wahrlich sehen lassen. Platz 2 und 3 wurden nach der Pleite der anderen ausgewürfelt.

Resämee: 100 Euro Startgeld + 30 Euro Angelkarte, 42 Stunden Fischen theoretisch, jetzt  mussten    u.a. wir übersetzen, damit war unser Zeitplan wirklich eng! Wir  mussten Spots suchen, überlegen wie und was wir füttern, Erfahrungen  austauschen und was man sonst noch alles machen möchte.. Es war einfach  zu stressig. Für 130 Euro pro Person braucht man einfach mehr Zeit um sein  ganzes Können mit einfließen zu lassen! Der See war interessant! Ein  naturseeähnlicher See mit überwiegend Sandigem Boden, Schilfstreifen,  Seerosen, Krautfeldern und mit einem größeren und einem schmaleren  Teil.. Die Stellen waren einerseits sehr einsam und anderseits sehr  gedrängt gestaffelt.(Ich denke aber das hatte mit den Erfahrungen des  Veranstalters zu tun)

MfG der Martin

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Frühjahr in Meck-Pomm..

 

Endlich Urlaub. 8 Tage Mai galt es sinnvoll zu füllen. Das Auto voll gestopft sollte das Ziel der 8 Tagessession ein älterer, gefluteter Tagebausee von etwa 300ha im schönen Sachsen sein. Nach Informationen eines „Bekannten“ sollte dieser einen guten bis sehr guten Fischbestand und außerdem super Bedingungen zum Fischen bieten! Nach 240 Kilometern erreichte ich mein Ziel, in einigen Gesprächen mit Einheimischen erfuhr ich dann das Regelwerk der Talsperrenmeisterei: Bootsverbot und viele gesperrte Uferbereiche. Der Weg zum Wasser führte nur über einen schmalen Trampelpfad durch etwa 80m Buschwerk (keinen Trolly dabei, es hieß ja super Bedingungen!!). Auf so etwas war ich nicht vorbereitet. Also fuhr ich kurzerhand die 240 Kilometer zurück!

Was soll es, nach einer Nacht daheim hieß der neue Plan Meck- Pomm!  

Früh am 14.05. begab ich mich auf die Straßen ins gelobte Land! Nach 1 ½  Stunden Fahrt war ich da! Angekommen wurde schnell die Karte gekauft. Dummerweise war diese Woche genau jene, die zwischen Herrentag und Pfingsten lag, d.h. auch in Mecklenburg volle Plätze an den „kleineren Seen“ (ab 240ha)… Ich fuhr mehrere Seen ab, hielt Gespräche und entschied mich dann für eine kleine Bucht, die dieses Jahr schon so manchen Fisch gefördert haben sollte. Am See wurde zurzeit nicht viel gefangen. Das mussten wir auch schon im April feststellen, als die Bedingungen noch schlechter waren!! Damals hatten wir auf 2m 7°C, auf 6m waren es dann nur 5°C. Was soll ich sagen, 4 Nächte Enttäuschung galt es jetzt wieder gut zu machen!!

Also, erster Tag: Die Ruten waren gegen Abend ausgelegt. Ich verteilte sie in Tiefen zwischen 1-4m. Der Wetterbericht sagte (anfangs) steigende Temperaturen und Sonne voraus. Naja in Wirklichkeit hatten wir kalten NO Wind, eine Wassertemperatur von 12°C Oberfläche und der Himmel war bedeckt. In der Nacht begann der Regen, der sich über den ganzen 15.05. fortsetzte!

 Ihr kennt das bestimmt. Irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf! Zum Glück hörte der Regen (vorerst) gegen Abend auf und die Ruten konnten neu bestückt werden. Ich saß gerade bei meinem Feierabend Cappuccino. Da passierte es. Piep, Piep, Piep - der RX meldete Fallbiss! Da meine Rute auf etwa 200m Entfernung (was bei 50m 70er Mono Schlagschnur und danach durchgehender geflochtener fast eins zu eins Bisserkennung heißt) und unten an einer Kante hoch zu einem Seerosenfeld lag, rannte ich raus - Wathose an - rein ins Wasser - Rute hoch - Wiederstand! Kein großer aber ein Wiederstand - also Boot los gemacht - Motor an und ab in Richtung Fisch. Nach kurzer Fahrt war ich dann überm Fisch. Da die Wasserqualität nicht die beste war, dachte ich, bis der Fisch die Oberfläche durchbrach, an einen kleineren Karpfen. Ha, Pustekuchen! Jeder Match oder Stippangler hätte sich über diese Monsterbrasse gefreut!! ICH ABER NICHT!! Rute also schnell wieder abgelegt und zurück zur Ausgangssituation… Cappuccino!! In der Nacht begann es wieder zu regnen! Resultat: kalter Wind, kalter Regen = 10°C  Wassertemperatur.

16.05 - Der Wind drehte auf SW. Der Tag verlief ruhig. Um mir die Zeit zu vertreiben machte ich mich auf den Weg Erfahrungen auszutauschen. Ich begab mich zu den zwei Jungs, die extra aus Bielefeld angereist waren und bereits seit 5 Tagen blankten! Sie versprachen sich mehr von Meck Pomm! „Hier soll es doch von riesigen Karpfen nur so wimmeln“ meinten sie! Hm naja nicht ganz! In Berichten wird gern mal vieles beschönigt! Und wenn man dann fischt, stellt sich alles ganz anders dar!!

 Frisch gestärkt (zufällig wurde gegrillt) und mit netten Gesprächen im Kopf ging es zurück zu meinem Platz. 20.30 meldete sich dann noch eine Brasse. Die Nacht brach herein und es war sternenklar! 

17.05., 8.30Uhr. Und, und, und was kommt jetzt? Richtig ! Piiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeep - Dauerton!!! Die Rute auf 2m an der Seerosenkannte. Alles ging wie in Trance. Ins Boot, Keschern und da machte mein Kumpel Karsten auch schon die ersten Bilder! 8kg - kein Riese - aber  für mich der erste Fisch in diesem Jahr aus Meck Pomm!!! Nach ein paar Bildern musste ich erst einmal Frühstücken. Das tat gut - Toast und Kaffee bei traumhaftem Sonnenschein. So muss Urlaub sein! Karsten blieb noch bis er zur Arbeit musste. Wir tauschten Gedanken aus. Was, wann, wo würden sie fressen usw. Leider war es das am frühen Nachmittag schon wieder mit dem Urlaubsfeeling! Es zog sich zu! Der Wind kam heut W- NW, die Nacht war wieder sternenklar.

 Am morgen des 18.05. wussten die Bielefelder von einem 15 kg Spiegler zu berichten, welchen sie um  2 Uhr auf einem Meter Tiefe fingen! Am Tag drehte der Wind fast stündlich SW-W-NW. Alles war dabei! Die Ruten wurden gegen 15.00 neu beködert und zwei erhielten neue, verheißungsvolle Plätze. Während die eine in einem Meter Tiefe zwischen die heranwachsenden Seerosen gelegt wurde, legte ich die andere in einem Meter Entfernung zum Schilf auf ca.400m. Zwischendurch schien die Sonne sehr schön und man konnte im flachen Wasser einige Meter weit sehen. Ich versuchte Aktivitäten oder helle Fraßspuren zu finden, Fische zu entdecken aber nichts außer Brassen mit Laichausschlag.

So - das gelobte Land hat leider auch einige Macken! Eine davon wäre der Bootsverkehr. Im Sommer um einiges schlimmer als im Frühjahr. Nichtsdestotrotz 19:30, ich saß wieder einmal im Zelt, als ich ein komisches rasselndes Geräusch hörte… Nach etwa 5 Minuten beschloss ich mal zu schauen wo das denn herkommen könnte und da - bääääh - ein Freizeitkapitän der gerade mit einem Hebelmechanismus seinen Anker warf (naja das war weniger werfen als ein in Zeitlupe ins Wasser rasseln lassen!) Ach Mensch! Ganz freundlich fuhr ich zu diesem altersschwachen und arg geschwächten Wildparker. Ich fragte, wie lange er denn bleiben möge, er antwortete kurz „warum“? Na weil der komische Typ mit dem Schlauchboot gegenüber, hier in dieser Bucht (einen Meter Tiefe ne), in der Sie 10 Minuten mit dem größtmöglichen Lärm einen Anker versenken, seinen Urlaub verlebt UUUUuuund versucht einen Fisch zu fangen!! (Habe ich nicht gesagt!- bin ich viel zu selbstbeherrscht). Irgendwie frustriert und in Gedanken schon die Nacht abgehakt fuhr ich zurück. Ich war gerade beim Abendmahl, nein beim Frustabendmahl, bestehend aus Spiegelei, Grillkäse und Toast mit Preiselbeermarmelade. Zum Nachtisch sollte es heiße Banane mit Schokoschlitz geben - sollte es!!! C a. 21:00 hörte ich ein Piepen von draußen. Kein Dauerton aber ein Piepen!.. Ich noch ganz gemütlich raus… Da, leise hinter dem Schilf!! SHIT!!! Ich hatte meine Box nicht wieder angemacht... Fast ohne Watstiefel sprang ich ins Wasser. Es war tatsächlich die Rute, die nicht weit von dem Bootsfahrer lag!

Die Rute wippte schon neben dem Bissi. Zum Glück war die Schnur noch auf dem Röllchen. Der Fisch gab sich sichtlich Mühe aber die Bremse war fast zu!! Wahnsinns Gefühl, wenn man auf dem Weg zur Rute sieht, wie der Micron leuchtet, die Rute wippt und der Weg immer länger zu werden scheint!! Adrenalin pumpt durch den ganzen Körper, der Herzschlag beschleunigt, die Pupillen weiten sich, der Blutdruck steigt und man spürt nichts außer dieses schwebende leichte Gefühl. Entstehen tut dieses tolle Zeug aus einem Chemischen Brei den unser Körper ganz allein bilden kann. Dopamin das zu Noradrenalin wird und zusammen mit Cortisol, tada-ADRENALIN..;)  Tut mir leid, aber da kommt der medizinische Einfluss zum Tragen…

So, Rute hoch! Der Fisch macht gut Druck! Ich habe Mühe, mit diesem seitlichen Druck das Boot los zu bekommen und vernünftig aus der Parkschneise zwischen den Ruten zu kommen! Minn Kota auf Vollgas und ab zum Fisch. Obwohl die Seerosen erst in Büschen am Boden wuchsen, machte die Schnur so einige Schlenker! Dann sehe ich das Backlead. Der Fisch kann nicht mehr weit sein. Da, der erste Schwall und 2 Minuten später lag er im Boot auf der Matte. Ein hart erarbeiteter Fisch, der durch die allgemeinen Umstände eine sehr hohe Wertigkeit für mich hat.

Die letzten beiden Tage setzte sich das wechselhafte Wetter fort, leider konnte ich keinen weiteren Karpfen fangen.                                                                                                                                        Am Ende dieser anstrengenden und zehrenden Frühjahrssession war ich irgendwie erschöpft aber trotzdem sehr zufrieden und um einige Erfahrungen reicher. Voller Vorfreude auf weitere Sessions in Mecklenburg lag nun der Heimweg vor mir.

 

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Fish & Meet Part 2

Es war wieder einmal Winter. Die trostlose Zeit des Wartens. Was macht man in dieser Jahreszeit als Karpfenangler? Richtig - entweder zum Karpfenfischen ins warme fahren oder, wenn man eher wenig Zeit besitzt, sich mit Zeitschriften, DVD´s oder einem Forum die Zeit vertreiben. Eines der Foren, in dem ich zu dieser Zeit öfter anzutreffen bin, ist „Karpfen-Spezial“ kurz „KS“. Man tauscht Erfahrungen aus, holt sich Tipps und nebenbei lernt man nette Leute kennen. Wie ich wieder mal vor diesem neumodernen Hexenzeug namens Laptop und Internet in meiner Wohnung sitze, fällt mir ein Posting ins Auge. Da sucht ein junger Herr Gleichgesinnte zu einem illustren Zusammentreffen. Der junge Mensch heißt Christian Graßhoff aka „Grassi“. Er veranstaltet nun zum zweiten Mal das „Fish and Meet“.

Der Gedanke von „Fish and Meet“ ist ein vergnügliches Zusammentreffen, bei dem nebensächlich auch gefischt wird. Dieses Meeting soll ganz ohne jeglichen Erfolgsdruck, Missgunst oder Preisgier auskommen. Am Rande organisierte Grassi eine kleine Tacklevorstellung. Dieses Mal waren die „Nature-Devils“ mit an Board. Sie stellten ihre Version einer Futterschleuder vor und präsentierten eine schöne Alternative zum „Tripod – Wallerfischen“ - das „Single- Wallerpod“.

Der See, an dem gefischt wird, ist jedes Jahr ein anderer. Dieses Mal fiel die Wahl auf einen alten Kiesschacht in Sachsen-Anhalt. Als mir Grassi in einer Vorinformation ein Google - Maps Bild schickte, kam mir der See komisch bekannt vor. Und ja - beim Nachfragen ergab sich, dass es jener See war, den wir genau ein Jahr im Vorfeld (13.07- 18.07) schon einmal befischten. Damals konnten wir in 5 Nächten leider nur einen Fisch (Karpfen) fangen. Ganz anders sah es da mit den Brassen aus. Diese hatten enorme Größen und kamen in Zahlen vor, die man sich als Karpfenangler nicht vorstellen möchte. Wir fanden auch kein wirklich wirksames Mittel gegen diese Biester. Auf zwei bis drei nicht aufgepoppte Murmeln zu setzen war auch keine Lösung. Das Ammenmärchen, dass Brassen keine Tiegernüsse mögen, kann ich ebenfalls gleich richtig stellen. Wir fädelten drei Große auf. Nichts da! Das Ergebnis war immer Brasse. Als nichts mehr zu helfen schien, entschied ich mich für zwei 26mm Murmeln, die quasi auf dem Gewässerboden kleben sollten. Dies brachte mir am Ende den Schlaf und als Bonus noch einen 16,25 Kilo Fisch. Die Entscheidung für diesen Teich fiel wahrscheinlich auch wegen der Größe. Man hatte nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Raum zum Angeln. Mit zu wenig Platz musste ich nämlich beim „Fish In“ von „Karpfenspezial“ (dem Forum) meine Erfahrung machen. Dort hatte jeder für seine zwei Ruten einen 10m breiten Streifen bis zum gegenüberliegenden Ufer, das in etwa 250- 300m Entfernung lag.

Das Gewässer ist sehr abwechslungsreich. Man kann Tiefen zwischen 1m und (ich glaube, es waren) 12m befischen. Es gibt viele Plateaus, Muschelbänke, Schilfzonen und Krautfelder. Der Boden ist größtenteils - wer hätte es erwartet - kiesig.

15. Juli hieß der Anreisetermin. Am frühen Abend trafen vorerst 28 ebenso verrückte Karpfenangler wie ich auf dem Gelände des Fischers, der den See bewirtschaftete, ein. Mein Teamkollege Dirk und einige Andere kamen erst einen Tag später. Dirk war Derjenige, mit dem ich auch ein Jahr zuvor schon hier fischte. Auto um Auto rollte auf den Hof des Fischers. Ein tolles Bild finde ich - ähnlich wie bei den einschlägigen Messeterminen, wo jeder (durch Aufkleber oder sogar Tattoos) seine Passion nach außen tragen möchte.

Nach einer kleinen Rede, dem obligatorischen Teilnehmerfoto und der Verlosung der Plätze gab es erst einmal eine Ordentliche Schale Wildschweingulasch.

Gegen 21:00 bezogen alle ihre Plätze. Einige bauten noch fleißig all ihr Tackle auf, loteten und warfen schon mal die ersten Hände „Brassenfutter“ ;-) ins Wasser. Da am ersten Abend eh noch nicht gefischt werden durfte, traf man sich am „main place“ - dem Badestrand. Ich belud also mein Boot mit Zelt, Liege, Stuhl, ein paar „Genussmitteln“ und zu guter letzt einer Frühstücksbox für den nächsten Morgen. Einige dachten wahrscheinlich: „hää moved der Vogel schon am ersten Abend??“ Moven war natürlich eh nicht erlaubt aber es hat - glaube ich - stark danach ausgesehen. Auf dem Weg konnte auch ich es nicht lassen, - allerdings eher unmotiviert - ein paar Murmeln vor das Schilf am gegenüberliegenden Ufer zu platzieren. Am Strand herrschte Lagerfeuerstimmung. Unter dem Genuss von dem ein oder anderem bewusstseinseinschränkendem Getränk kam eine sehr heitere und für mich unvergessliche Stimmung auf. Muss ich mehr sagen als, ich war um 5:00 auf meiner Liege?

Um 9:00 war dann auch schon wieder Aufstehenszeit. Die ersten „Weisen“, die früh ins Bett gegangen sind, kannten keine Ruhezeiten. Mit mehr oder minder großem Frühstückshunger saß bald der harte Kern vom Vorabend am Strand und bemitleidete sich der Kopfschmerzen und dem leichten Unwohlsein in der Magengegend. Dumm war, dass ich dazu gehörte.

Nach dem „Zurückmoven“ auf meinen Platz begann pünktlich um 12:00 das offizielle Fischen. Ich ließ die ganze Sache eher ruhig angehen … „Dirk ist eh noch nicht da und Lust hast du jetzt auch noch nicht „ sagte ich mir. Mit Dirk machte ich dann eine kleine Tauch-, Erkundungstour. Wir schauten uns noch einmal gemeinsam die Kanten und Plateaus an und entschieden, dass ich meine beiden Ruten sehr flach bei 1,5 m auf die am Vortag gefütterten Plätze in der Schilfbucht lege und Dirk seine einmal auf 6m und die andere auf ein 5m Plateau platzierte. Die großen einzelnen Murmeln vom Vortag konnte man gut ausfindig machen. Ja - sie lagen noch. Ich machte mir jedoch keine weiteren Gedanken, dass ich eventuell einen andern Spot suchen sollte) und ließ die schon gefütterten Kugeln liegen. Ich legte lediglich meine Hakenköder (2x 26mm Bodenköder) dazu und tarnte die Montage mit Sand. Der restliche Tag verging wie im Flug. Man traf sich, unterhielt sich, trank etwas zusammen. Gegrillt wurde natürlich auch wieder. An diesem Abend ging es für uns bzw. mich früher ins Bett.

Um 4:00, die Sonne ging gerade auf, musste ich erst einmal für kleine Königstiger. Als ich dann das nächste Mal wach wurde, hörte ich Dirk rufen „Martin du hast n Biss“. Jetzt hörte ich es auch. (Ich muss sagen, das Wasser in meinen Ohren nach dem Tauchen entwickelt sich langsam zu einem Problem!) Mein RX schrie über den ganzen See (hatte ich wohl nicht wieder leise gestellt). Mitten auf dem See fielen mir die ganzen Leute auf, die vor ihren Zelten standen. Jetzt schien es mir wirklich sehr laut gewesen zu sein… Ups…

Dummerweise flüchtete der Fisch geradewegs in die dicke Schilfwand, vor welcher ich abgelegt hatte. „Shit“ dachte ich. Durch die lange Fahrt war der Fisch inzwischen mindestens 10m im Schilf. Mit mir kamen gleichzeitig Mark und René in der Schilfbucht an. „Hilft alles nix“ sagte ich und sprang in Unterhose und freiem Oberkörper ins flache Wasser. Infolge hatten zumindest die Mücken ihren Spaß. Mark gesellte sich zu mir, um eventuell zu Keschern. Ich bin eigentlich kein Freund von solchen Aktionen, in der die Vegetation leidet aber ich dachte mir, dass der Fisch noch weniger davon profitieren würde. Wir kämpften uns mit aller Vorsicht voran, schoben Halm für Halm beiseite. Plötzlich schoss etwas unter Wasser an uns vorbei. Wir dachen „Shit“ ist das unser Fisch. Nein - zum Glück war das nur ein zweiter Fisch - wahrscheinlich auf der Flucht. Etwa eine halbe Stunde kämpften wir. Dummerweise habe ich in der Hektik meine Birkenstockschlappen vergessen und musste nun auf den ganzen alten, harten und spitzen Halmen laufen. Überhaupt nicht angenehm. Kurzum: mir entwich der ein oder andere, nicht wiederzugebende und ebenfalls nicht jugendfreie Monolog. Dann endlich - nach einigen Kescherversuchen und darauf folgenden Fluchten des Fisches, war er im Netz. Ein Jubelschrei entfuhr uns. Emotionen pur!!! Der war wahrlich erkämpft.

Da die Schilfbucht neben dem Strand lag, übergab ich Grassi, der ebenfalls nachgekommen war, den Fisch und holte Dirk, der schon ganz aufgeregt am anderen Ufer wartete. Nach dem Wiegen und ein paar Fotos wurde er auf offenem Feuer gegart... Nein natürlich nicht. Er entglitt mir leider bei der Fotosession ;-). 14 kg wog der Bursche, der uns das Leben schwer machte und den ganzen See weckte.

Am frühen Nachmittag wurde uns die Gelegenheit gegeben, es der Futterschleuder von den Nature – Devils mal so richtig zu geben. Jeder durfte mal etwas in ca. 80m Entfernung - soweit schoss das Monstrum - katapultieren. Das „Waller - Singlepod“ ist, wie ich finde, eine große Bereicherung für das Wallerfischen - sehr stabil und gut überdacht. Als dann noch einer der Jungs ins Schlauchboot + Motor stieg und Wallerbiss + Drill simuliert wurden, war der Funfaktor auf dem Siedepunkt.

Den Abend ließen wir ruhig bei einem kühlen Blonden und Fleisch vom Grill ausklingen. Grassi kam noch einmal vorbei und vergewisserte sich, dass alles in Ordnung ist. Ein skurriles Bild, wie im Schein der Atropas der ganze See einer Landebahn für Jumbos glich. Die Nacht verlief ruhig bis auf einen Aussteiger bei den „Harzer“ Jungs. Ach nein. Brassen fingen die Anderen auch in dieser Nacht wieder sehr gut. Wir blieben bei dieser Session dank unserer Big Balls ohne schleimigen Besucher.

Um 12:00 am nächsten Tag hieß es dann „Ende Gelände“. Alle trafen sich noch einmal und man verabschiedete sich.

Resümee: Gelungene Veranstaltung, gelungener Veranstalter - Ich würde, wenn die Zeit passt, immer wieder zusagen!

Grüße Martin

 

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